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Wenn einer eine Reise tut, dann braucht er einen Koffer. Und da ist die Auswahl heute groß: Von weichen Taschen in allen möglichen Größen über Trekkingrucksäcke bis hin zu Hartschalenkoffern mit bis zu 90 cm Höhe gibt es alles, inklusive der Zwischenformen. Mit und ohne Rollen, mit und ohne Teleskopgriff zum Schieben oder Ziehen, mit zwei oder vier Rollen.

Was für Reisende von heute eine absolute Selbstverständlichkeit ist – nämlich die Kleidung sorgfältig im Koffer zu verstauen und somit von A nach B zu transportieren – ist tatsächlich in dieser Form noch eine recht junge Erfindung. Das erste Gepäckstück dürfte ein einfacher Beutel aus Leder gewesen sein, den man mit einer Schnur zubinden und an einem Stock befestigen konnte. Auch kamen schnell geflochtene Weidenkörbe auf, die aber mit der Kutsche transportiert werden mussten.

Louis Vuitton als Erfinder des Koffers

Der Koffer, in der Form wie wir ihn heute kennen, geht auf keinen Geringeren als Louis Vuitton selbst zurück, der in Form des Imperiums LVMH fortlebt. Er war am Hofe Napoleons III (1808 bis 1873) als Kofferpacker der Kaiserin Eugenie tätig, wo er Kleider, Hüte und andere Modeaccessoires stets in unhandlichen schweren Holzkisten verstauen musste. Solange diese mit der Kutsche befördert wurden, ließ sich diese Methode der Verstauung noch einigermaßen gut anwenden. Doch als der Adel schließlich die Vorzüge des Verreisens mit der Eisenbahn entdeckte, war klar, dass eine andere Aufbewahrungsform her musste, die sich besser stapeln und von Hand transportieren ließ. Vuitton stellte schließlich die ersten Koffer und Taschen aus robustem Leder her. 1854 eröffnete der junge Unternehmer sein erstes Koffergeschäft in Paris und schon 1860 produzierte seine erste Firma die Behältnisse in großer Stückzahl.

Rollkoffer erst Ende des 20. Jahrhunderts

Sehr viel jünger als vielen möglicherweise bewusst ist, ist die Geschichte des praktischen Rollkoffers. Auf die Idee, einfach kleine Räder an den Kofferboden zu schrauben, kam der amerikanische Pilot Robert Plath 1987. Zwar gilt er nicht als der Urerfinder dieser Kofferart, aber er war der erste der den Rollkoffer zum Massenutensil machte und damit zum Millionär wurde. Patentieren ließ sich den ersten Rollkoffer der US-Amerikaner Bernard Sadow 1972 unter dem Namen „Rolling Luggage“. Plath war vor allem deshalb erfolgreicher als sein Landsmann, weil er zusätzlich noch den höhenverstellbaren teleskopgriff anbaute und sich auf zwei statt vier Rädern beschränkte. Diese kleine Änderung führte zum berühmten Trolley.

Systematische Auswahl treffen

Heute können Urlauber und Geschäftsreisende aus einer Vielzahl von Angeboten wählen. Um den passenden Koffer zu finden, sollte man sich über ein paar grundlegende Anforderungen klar werden. Wer auf Stabilität Wert legt und vielleicht auch zerbrechliche Gegenstände transportiert, ist mit einem Hartschalenkoffer besser beraten. Trekkingrucksäcke und Reisetaschen sind weich und schützen das innenliegende Gepäck nicht, können dafür aber auf dem Rücken verhältnismäßig angenehm getragen werden.

Spezielles Gepäck erfordert spezielle Verpackungen

Wer nur mit etwas Kleidung verreist, kann beim Koffer nicht viel falsch machen. Wird aber sensibles Gepäck mitgenommen, beispielsweise eine Sportausrüstung, Fotoausrüstung oder viel Kosmetika, kann ein spezielles Gepäckstück für gerne diese Gegenstände Sinn machen. Der Fotokoffer ist besonders auf die Abmessungen des Fotoapparates samt Zubehör zugeschnitten. Der Kosmetikkoffer bietet zerbrechlichen Flaschen und kleinen Tuben sichere Aufbewahrung. Für die Anforderungen an das Gepäckstück können zum einen spezielle Ladengeschäfte aufgesucht oder optional Online Malls mit Taschen im Portfolio durchforstet werden.

Reisegepäck ist eine Frage der Persönlichkeit

Natürlich sollte nie von Oberflächlichkeiten auf die Persönlichkeiten von Mitmenschen geschlossen werden. Trotzdem lassen sich am Reisegepäck einige Charakterzüge festmachen. So werden die dezenten schwarzen Koffertrolleys besonders gerne von durchschnittlichen Reisenden wie auch Geschäftsreisenden genutzt. Sie machen das Auffinden des eigenen Gepäcks auf dem Gepäckband etwas schwer. Wer häufig reist und dann auch noch gerne zu Fuß unterwegs ist, hat meist einen Rucksack dabei. Die bunten Trekkingrucksäcke sind meist recht individuell und lassen sich gut auffinden.

Nicht alles darf mit: Die Airlines haben Bestimmungen

Nicht alles, was an Koffern im Handel erhältlich ist, wird von den Fluglinien auch akzeptiert. Fahrräder dürfen transportiert werden, wenn die Luft aus den Reifen gelassen wurde und der Lenker seitlich montiert ist. Gitarren und andere Musikinstrumente dürfen im Handgepäck mitkommen, wenn sie bestimmte Abmessungen nicht überschreiten und nicht mehr als 75 kg wiegen. Allerdings müssen sie unter Umständen einen eigenen Sitzplatz buchen. Bei Qatar fliegt außerdem der Falke in der Economy Class kostenlos mit, und bei Norwegian darf jeder Reisende eine Harpune mitführen – im Rahmen der Tauchausrüstung, versteht sich.

Neue App mit Zollbestimmungen

Im Juni 2017 gab das Bundesministerium für Finanzen eine App mit Zollbestimmungen heraus. Die App klärt über Einfuhrbestimmungen auf, über Höchstmengen von Zigaretten, Alkohol und anderen Dingen sowie über eventuell fällige Abgaben. Das kann durchaus praktisch sein, denn wer kennt schon alle Bestimmungen? Hier geht es zur App.

Der Autor:

Timm Hendrich lebt seit 2003 in Berlin und sammelte erste redaktionelle Erfahrungen in der Musikredaktion von MTV/VIVA und der Redaktion von „The Voice of Germany“.

Nach einem Zwischenstopp in der Programmplanung von MTV hat er sich 2013 der Online-Redaktion von Netzsieger angeschlossen und betreut seither den Content und redaktionellen Inhalt der Vergleichsplattform Netzsieger.de

https://www.expat-news.com/32229/life-style/mit-dem-koffer-verreisen-eine-kleine-stilkunde/

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